Difference between revisions of "Aufgaben:Exercise 4.6: Locality Curve for SSB-AM"
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− | Ausgehend vom Punkt (1, –{\rm j}) verläuft s_{\rm TP}(t) auf einem Kreis mit Mittelpunkt (1, 0) und Radius 1. Die Periodendauer ist gleich dem Kehrwert der Frequenz: $T_0 = 1/f_{10} = 100 \ \mu \text{s} | + | Ausgehend vom Punkt (1, –{\rm j}) verläuft s_{\rm TP}(t) auf einem Kreis mit Mittelpunkt (1, 0) und Radius 1. Die Periodendauer ist gleich dem Kehrwert der Frequenz: T_0 = 1/f_{10} = 100 \ \mu \text{s} ⇒ <u>Antwort 2</u>. |
'''2.''' Spaltet man obige Gleichung nach Real- und Imaginäranteil auf, so erhält man: | '''2.''' Spaltet man obige Gleichung nach Real- und Imaginäranteil auf, so erhält man: | ||
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*Der Maximalwert ergibt sich aus sin( \omega_{10} \cdot t ) ≤ 1 zu a_{\text{max}} \; \underline{= 2}. | *Der Maximalwert ergibt sich aus sin( \omega_{10} \cdot t ) ≤ 1 zu a_{\text{max}} \; \underline{= 2}. | ||
− | *Für den Minimalwert erhält man unter Berücksichtigung von \sin(\omega_{10} \cdot t \geq -1 )$ | + | *Für den Minimalwert erhält man unter Berücksichtigung von \sin(\omega_{10} \cdot t \geq -1 )$ ⇒ $a_{\text{min}} \; \underline{= 0}$. |
− | *Bei $t | + | *Bei $t = 0$ ist der Betrag gleich $a_0 = \sqrt{2 }\; \underline{\approx 1.414}$. |
'''3.''' Entsprechend der allgemeinen Definition gilt: | '''3.''' Entsprechend der allgemeinen Definition gilt: | ||
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\sin(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t)}.$$ | \sin(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t)}.$$ | ||
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\phi(t = 0)= {\rm arctan} (-1) \hspace{0.15 cm}\underline{= -45^\circ}. | \phi(t = 0)= {\rm arctan} (-1) \hspace{0.15 cm}\underline{= -45^\circ}. | ||
− | Dagegen gilt für t = 25 | + | Dagegen gilt für $t = T_0/4$ = =25 \ \mu \text{s}$ : |
$$\cos(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t) = 0; | $$\cos(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t) = 0; | ||
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− | Die beiden Winkel kann man auch aus obiger Grafik ablesen. Der Phasenwert bei $t | + | Die beiden bisher berechneten Winkel kann man auch aus obiger Grafik ablesen. |
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+ | Der Phasenwert bei $t =75 \ \mu \text{s}$ muss dagegen durch Grenzübergang bestimmt werden, da hier sowohl der Real- als auch der Imaginärteil $0$ werden und somit das Argument der arctan–Funktion unbestimmt ist. Man erhält $\phi(t=75 \ \mu \text{s}) \; \underline{= 0}.$ | ||
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Dieses Ergebnis soll hier numerisch hergeleitet werden. Berechnet man die Phasenfunktion für t = 74 μs, so erhält man mit \omega_{10} \cdot t = 1.48 \pi = 266.4°: | Dieses Ergebnis soll hier numerisch hergeleitet werden. Berechnet man die Phasenfunktion für t = 74 μs, so erhält man mit \omega_{10} \cdot t = 1.48 \pi = 266.4°: | ||
Revision as of 15:56, 22 January 2017
Wir betrachten das analytische Signal s_+(t) mit der Spektralfunktion
S_{\rm +}(f) = 1 \cdot \delta (f - f_{\rm 50})- {\rm j} \cdot \delta (f - f_{\rm 60}) .
Hierbei stehen f_{50} und f_{60} als Abkürzungen für die Frequenzen 50 kHz bzw. 60 kHz.
In dieser Aufgabe soll der Verlauf des äquivalenten Tiefpass-Signals s_{TP}(t) analysiert werden, das in diesem Tutorial auch als Ortskurve bezeichnet wird.
- In den Teilaufgaben (1) bis (3) gehen wir davon aus, dass das Signal s(t) durch eine Einseitenband-Amplitudenmodulation des sinusförmigen Nachrichtensignals der Frequenz f_{\rm N} = 10 \ \text{ kHz} mit cosinusförmigem Träger bei f_{\rm T} = f_{50} entstanden ist, wobei nur das obere Seitenband (OSB) übertragen wird.
- Dagegen wird bei der Teilaufgabe (4) von der Trägerfrequenz f_{\rm T} = f_{60} ausgegangen. Diese Annahme setzt voraus, dass eine USB-Modulation stattgefunden hat.
Hinweise:
- Die Aufgabe gehört zum Kapitel Äquivalentes Tiefpass-Signal und zugehörige Spektralfunktion.
- Sollte die Eingabe des Zahlenwertes „0” erforderlich sein, so geben Sie bitte „0.” ein.
- Sie können Ihre Lösung mit dem folgenden Interaktionsmodul überprüfen:
Ortskurve – Darstellung des äquivalenten Tiefpass-Signals
Fragebogen
Musterlösung
1. Das Spektrum des äquivalenten TP–Signals lautet mit der Trägerfrequenz f_{\rm T} = f_{50} = 50 \ \text{ kHz}:
S_{\rm TP}(f ) = S_{\rm +}(f+ f_{\rm 50}) = 1 \cdot \delta (f)- {\rm j} \cdot \delta (f - f_{\rm 10}) .
Damit ergibt sich für das dazugehörige Zeitsignal:
s_{\rm TP}(t) = {\rm 1 } - {\rm j} \cdot {\rm e}^{{\rm j}\hspace{0.05cm} \omega_{\rm 10} \hspace{0.05cm} t }.
Ausgehend vom Punkt (1, –{\rm j}) verläuft s_{\rm TP}(t) auf einem Kreis mit Mittelpunkt (1, 0) und Radius 1. Die Periodendauer ist gleich dem Kehrwert der Frequenz: T_0 = 1/f_{10} = 100 \ \mu \text{s} ⇒ Antwort 2.
2. Spaltet man obige Gleichung nach Real- und Imaginäranteil auf, so erhält man:
s_{\rm TP}(t) = {\rm 1 } + \sin({ \omega_{\rm 10} \hspace{0.05cm} t }) -{\rm j}\cdot \cos({ \omega_{\rm 10} \hspace{0.05cm} t }).
Dies führt zur Betragsfunktion
\begin{align*}a(t)& = |s_{\rm TP}(t)|=\sqrt{{\rm Re}\left[s_{\rm TP}(t)\right]^2 + {\rm Im}\left[s_{\rm TP}(t)\right]^2 }= \\ & = \sqrt{1 + 2 \sin(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t)+ \sin^2(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t)+ \cos^2(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t)} = \sqrt{2 \cdot ( 1 + \sin(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t))}.\end{align*}
- Der Maximalwert ergibt sich aus sin( \omega_{10} \cdot t ) ≤ 1 zu a_{\text{max}} \; \underline{= 2}.
- Für den Minimalwert erhält man unter Berücksichtigung von \sin(\omega_{10} \cdot t \geq -1 ) ⇒ a_{\text{min}} \; \underline{= 0}. *Bei t = 0 ist der Betrag gleich a_0 = \sqrt{2 }\; \underline{\approx 1.414}. '''3.''' Entsprechend der allgemeinen Definition gilt: '"`UNIQ-MathJax34-QINU`"' Für t = 0 ist \cos( \omega_{10} \cdot t ) = 1 und \sin( \omega_{10} \cdot t ) = 0. Daraus folgt: '"`UNIQ-MathJax35-QINU`"' Dagegen gilt für t = T_0/4 = =25 \ \mu \text{s} :
\cos(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t) = 0; \hspace{0.2cm}\sin(\omega_{\rm 10}\hspace{0.05cm} t) = 1 \hspace{0.3cm} \Rightarrow \hspace{0.3cm}\phi(t = {\rm 25 \hspace{0.05cm} \mu s}) \hspace{0.15 cm}\underline{= 0}.
Die beiden bisher berechneten Winkel kann man auch aus obiger Grafik ablesen.
Der Phasenwert bei t =75 \ \mu \text{s} muss dagegen durch Grenzübergang bestimmt werden, da hier sowohl der Real- als auch der Imaginärteil 0 werden und somit das Argument der arctan–Funktion unbestimmt ist. Man erhält \phi(t=75 \ \mu \text{s}) \; \underline{= 0}.
Dieses Ergebnis soll hier numerisch hergeleitet werden. Berechnet man die Phasenfunktion für t = 74 μs, so erhält man mit \omega_{10} \cdot t = 1.48 \pi = 266.4°:
\phi(t = {\rm 74 \hspace{0.05cm} \mu s})= {\rm arctan} \hspace{0.1cm}\frac{\cos(86.4^\circ)}{1 - \sin(86.4^\circ)} = {\rm arctan} \hspace{0.1cm}\frac{0.062}{1 - 0.998} \approx {\rm arctan}(31)\approx 88^\circ.
Entsprechend gilt für t = 76 μs mit \omega_{10} \cdot t = 1.52 \pi = 273.6 °:
\phi(t = {\rm 76 \hspace{0.05cm} \mu s})= {\rm arctan} \hspace{0.1cm}\frac{-\cos(86.4^\circ)}{1 - \sin(86.4^\circ)} \approx {\rm arctan}(-31)\approx -88^\circ.
Diese Zahlenwerte lassen darauf schließen, dass die Grenzwerte für t → 75 μs sich zu ±90° ergeben, je nachdem, ob man sich diesem Wert von oben oder unten nähert. Der Phasenwert bei exakt t = 75 μs ist gleich dem Mittelwert zwischen rechts- und linksseitigem Grenzwert, also 0.
4. Nun lauten die Gleichungen für Zeit– und Frequenzbereich:
S_{\rm TP}(f ) = S_{\rm +}(f+ f_{\rm 60}) = -{\rm j} \cdot \delta (f) + \delta (f + f_{\rm 10}) .
s_{\rm TP}(t) = - {\rm j} + 1 \cdot {\rm e}^{-{\rm j}\hspace{0.05cm} \omega_{\rm 10} \hspace{0.05cm} t }.
In der Grafik ist sTP(t) dargestellt. Man erkennt: Die Ortskurve ist wiederum ein Kreis mit Radius 1, aber nun mit Mittelpunkt (0, –j). Es gilt auch hier s_{TP}(t = 0) = 1 – j. Man bewegt sich nun auf der Ortskurve im Uhrzeigersinn. Die Periodendauer beträgt weiterhin T_0 = 1/f_{10} = 100 μs. Die Ortskurve ist gegenüber Punkt a) nur um 90° in der komplexen Ebene gedreht. Für alle Zeiten ergeben sich die gleichen Zeigerlängen wie für f_T = f_{50}. Der Betrag bleibt gleich. Die Phasenfunktion \Phi(t) liefert nun Werte zwischen –\pi und 0, während die in der Teilfrage 3) berechnete Phasenfunktion Werte zwischen –pi/2 und +\pi /24 angenommen hat. Es gilt:
\phi_d(t )= -(\phi_c(t) + 90^\circ).
Richtig sind somit der erste und der dritte Lösungsvorschlag.