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Difference between revisions of "Aufgaben:Exercise 3.5: Differentiation of a Triangular Pulse"

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Revision as of 17:28, 2 November 2020

Dreiecksignal und
differenziertes Dreiecksignal

Gesucht wird das Spektrum  Y(f)  des Signals

y(t)={AA0f¨urf¨urf¨urTt<0,0<tT,sonst.

Dabei gelte  A=1V  und  T=0.5ms.

Als bekannt vorausgesetzt wird die Fouriertransformierte des oben skizzierten Dreieckimpulses  x(t), nämlich

X(f)=ATsi2(πfT),

wobei  si(x)=sin(x)/x  gilt.

Ein Vergleich der beiden Zeitsignale zeigt, dass zwischen den Funktionen  x(t)  und  y(t)  folgender Zusammenhang besteht:

y(t)=Tdx(t)dt.





Hinweise:

  • Die Aufgabe gehört zum Kapitel  Gesetzmäßigkeiten der Fouriertransformation.
  • Alle dort dargelegten Gesetzmäßigkeiten – unter Anderem auch der  Verschiebungssatz  und der  Integrationssatz  – werden im Lernvideo  Gesetzmäßigkeiten der Fouriertransformation  an Beispielen verdeutlicht.
  • In der Teilaufgabe  (3)  soll das Spektrum  Y(f)  ausgehend von einem symmetrischen Rechteckimpuls  r(t)  mit Amplitude  A  und Dauer  T  sowie dessen Spektrum  R(f)=ATsi(πfT)  berechnet werden. Dies erreicht man durch zweimalige Anwendung des  Verschiebungssatzes.
  • In  Aufgabe 3.5Z  wird das Spektrum  Y(f)  ausgehend von einem aus drei Diracfunktionen bestehenden Signal durch Anwendung des Integrationssatzes berechnet.



Fragebogen

1

Berechnen Sie die Spektralfunktion  Y(f)  am Ausgang. Wie groß ist deren Betrag bei den Frequenzen  f=0  bzw.  f=1 kHz?

|Y(f=0)|= 

 mV/Hz
|Y(f=1 kHz)| = 

 mV/Hz

2

Welche Aussagen sind hinsichtlich des Spektrums  Y(f)  zutreffend?

Die Nullstellen von  X(f)  bleiben auch in  Y(f)  erhalten.
Für  f  hat  Y(f)  den gleichen Verlauf wie  X(f).
Für  f  ist  Y(f)  doppelt so groß als das Spektrum eines Rechteckimpulses der Dauer  T.

3

Berechnen Sie  Y(f)  ausgehend vom Rechteckimpuls durch Anwendung des Verschiebungssatzes. Welche Aussage ist hier zutreffend?

Der Differentiationssatz führt schneller zum Ergebnis.
Der Verschiebungssatz führt schneller zum Ergebnis.


Musterlösung

(1)  Der Differentiationssatz lautet allgemein:

dx(t)dtj2πfX(f).
  • Angewandt auf das vorliegende Beispiel erhält man:
Y(f)=Tj2πfATsin2(πfT)(πfT)2=j2ATsin2(πfT)πfT.
  • Diese Funktion ist rein imaginär. Bei der Frequenz  f=0  verschwindet auch der Imaginärteil. Dies kann man zum Beispiel durch Anwendung der Regel von l'Hospital formal nachweisen   ⇒   Y(f=0)=0_.
  • Das Ergebnis folgt aber auch aus der Tatsache, dass der Spektralwert bei  f=0  gleich dem Integral über die Zeitfunktion  y(t)  ist.
  • Bei der normierten Frequenz  fT=0.5  (also für  f=1 kHz)  ist die Sinusfunktion gleich  1  und man erhält  |Y(f=1kHz)|=4/πAT, also näherungsweise  |Y(f=1 kHz)| =0.636 mV/Hz_  (positiv imaginär).


(2)  Richtig sind die Lösungsvorschläge 1 und 3:

  • Die Nullstellen von  X(f)  bleiben erhalten und es gibt eine weitere Nullstelle bei der Frequenz  f=0.
  • Als asymptotischen Verlauf bezeichnet man die obere Schranke
|Ymax
  • Für die Frequenzen, bei denen die Sinusfunktion die Werte  \pm 1  liefert, sind  |Y_{\text{max}}(f)|  und  |Y(f)|  identisch.
  • Beim Rechteckimpuls der Amplitude  A  lautet die entsprechende Schranke  A/(\pi \cdot |f|).
  • Dagegen fällt das Spektrum  X(f)  des Dreieckimpulses asymptotisch schneller ab:
\left| {X_{\max }( f )} \right| = \frac{A}{{{\rm{\pi }}^{\rm{2}} f^2 T}} \ge \left| {X( f )} \right|.
  • Dies ist darauf zurückzuführen, dass  x(t)  keine Unstetigkeitsstellen aufweist.


(3)  Ausgehend von einem symmetrischen Rechteckimpuls  r(t)  mit Amplitude  A  und Dauer  T  kann das Signal  y(t)  auch wie folgt dargestellt werden:

y(t) = r( {t + T/2} ) - r( {t - T/2} ).
  • Durch zweimalige Anwendung des Verschiebungssatzes erhält man:
Y( f ) = R( f ) \cdot {\rm{e}}^{{\rm{j\pi }}fT} - R( f ) \cdot {\rm{e}}^{ - {\rm{j\pi }}fT} .
  • Mit der Beziehung  \text{e}^{\text{j}x} – \text{e}^{–\text{j}x} = 2\text{j} \cdot \text{sin}(x)  kann hierfür auch geschrieben werden:
Y( f ) = 2{\rm{j}} \cdot A \cdot T \cdot {\mathop{\rm si}\nolimits}( {{\rm{\pi }}fT} ) \cdot \sin ( {{\rm{\pi }}fT} ).
  • Es ergibt sich folgerichtig das gleiche Ergebnis wie in der Teilaufgabe  (1).
  • Welcher Weg schneller zum Ergebnis führt, muss jeder selbst für sich entscheiden. Der Autor meint, dass der erste Weg etwas günstiger ist.
  • Subjektiv entscheiden wir uns für den Lösungsvorschlag 1.