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Difference between revisions of "Aufgaben:Exercise 5.2: Band Spreading and Narrowband Interferer"

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Revision as of 16:33, 3 January 2018

Betrachtetes Modell der Bandspreizung

Betrachtet wird ein Spread Spectrum System gemäß der vorliegenden Grafik im äquivalenten Tiefpassbereich:

  • Das Digitalsignal q(t) besitze das Leistungsdichtespektrum Φq(f), das als rechteckförmig mit der Bandbreite B=1/T=100 kHz angenähert werden soll:
Φq(f)={Φq00f¨ursonst.|f|<B/2,
  • Im Tiefpassbereich ist somit die Bandbreite (nur die Anteile bei positiven Frequenzen) gleich B/2 und die Bandbreite im Bandpassbereich ist B.
  • Die Bandspreizung erfolgt durch Multiplikation mit der PN–Sequenz c(t) der Chipdauer Tc=T/100 („PN” steht dabei für „Pseudo Noise”). Für die Autokorrelationsfunktion gelte vereinfachend:
φc(τ)={1|τ|/Tc0f¨ursonst.TcτTc,
  • Beim Empfänger wird wieder die gleiche Spreizfolge c(t) phasensynchron zugesetzt.
  • Das Interferenzsignal i(t) soll zunächst vernachlässigt werden. In der Teilaufgabe (4) bezeichnet i(t) einen schmalbandigen Störer bei der Trägerfrequenz fT=30 MHz=fI mit der Leistung PI.
  • Der Einfluss des (stets vorhandenen) AWGN–Rauschens n(t) wird in dieser Aufgabe nicht betrachtet.


Hinweise:

  • Die Aufgabe gehört zum Kapitel PN–Modulation.
  • Sollte die Eingabe des Zahlenwertes „0” erforderlich sein, so geben Sie bitte „0.” ein.


Fragebogen

1

Wie lautet das Leistungsdichtespektrum Φc(f) des Spreizsignals c(t)?
Welcher Wert ergibt sich bei der Frequenz f=0?

Φc(f=0) = 

 106 1/Hz

2

Berechnen Sie die äquivalente Bandbreite Bc des Spreizsignals als Breite des flächengleichen LDS–Rechtecks.

Bc = 

 MHz

3

Welche Aussagen sind für die Bandbreiten der Signale s(t)   ⇒   Bs und b(t)   ⇒   Bb zutreffend?
Die (zweiseitige) Bandbreite von q(t) ist B.

Bs ist exakt gleich Bc.
Bs ist näherungsweise gleich Bc+B.
Bb ist exakt gleich Bs.
Bb ist gleich Bs+Bc=2Bc+B.
Bb ist exakt gleich B.

4

Welchen Einfluss hat eine Bandspreizung auf einen schmalbandigen Störer bei der Trägerfrequenz? Es gelte also fI=fT.

Der störende Einfluss wird durch Bandspreizung abgeschwächt.
Die Störleistung ist nur mehr halb so groß.
Die Störleistung wird durch die Bandspreizung nicht verändert.


Musterlösung

(1)  Das Leistungsdichtesprektrum Φc(f) ist die Fouriertransformierte der dreieckförmigen AKF, die mit Rechteckfunktionen der Breite Tc wie folgt dargestellt werden kann:

φc(τ)=1Tcrect(τTc)rect(τTc).

Daraus folgt   Φc(f)=1/Tc[Tcsi(πfTc)][Tcsi(πfTc)]=Tcsi2(πfTc) mit dem Maximalwert

Φc(f=0)=Tc=T100=1100B=11001051/s=1071/Hz=0.11061/Hz_.

(2)  Gemäß der vorgegebenen Definition gilt mit T_c = T/100 = 0.1\ \rm μs:

B_c= \frac{1}{T_c} \cdot \hspace{-0.03cm} \int_{-\infty }^{+\infty} \hspace{-0.03cm} {\it \Phi}_{c}(f)\hspace{0.1cm} {\rm d}f = \hspace{-0.03cm} \int_{-\infty }^{+\infty} \hspace{-0.03cm} {\rm si}^2 \left(\pi f T_c \right )\hspace{0.1cm} {\rm d}f = \frac{1}{T_c}\hspace{0.15cm}\underline {= 10\,{\rm MHz}} \hspace{0.05cm}

Die Grafik verdeutlicht, dass B_c durch die erste Nullstelle der si^2–Funktion im äquivalenten Tiefpassbereich vorgegeben wird, aber auch gleichzeitig die äquivalente (flächengleiche) Bandbreite im Bandpassbereich angibt.

Leistungsdichtespektrum des PN–Spreizsignals

(3)  Richtig sind also die Lösungsvorschläge 2 und 5:

  • Das LDS {\it \Phi}_s(f) ergibt sich aus der Faltung von Φ_q(f) und Φ_c(f). Damit ergibt sich für die Bandbreite des Sendesignals tatsächlich B_s = B_c + B.
  • Da das Spreizsignal c(t) ∈ \{+1, –1\} mit sich selbst multipliziert immer den Wert 1 ergibt, ist natürlich b(t) ≡ q(t) und demzufolge B_b = B.
  • Offensichtlich ist, dass die Bandbreite B_b des bandgestauchten Signals ungleich 2B_c + B ist, obwohl die Faltung {\it \Phi}_s(f) ∗ {\it \Phi}_c(f) dies suggeriert.
  • Dies hängt damit zusammen, dass nicht die Leistungsdichtespektren gefaltet werden dürfen, sondern von den Spektralfunktionen (Amplitudenspektren) S(f) und C(f) unter Berücksichtigung der Phasenbeziehungen auszugehen ist. Erst danach kann aus B(f) das LDS {\it \Phi}_b(f) bestimmt werden. Es gilt offensichtlich auch: C(f) ∗ C(f) = δ(f).


(4)  Richtig ist der erste Lösungsvorschlag:

  • Die Lösung soll anhand einer Skizze verdeutlicht werden. Im oberen Diagramm ist das LDS {\it \Phi}_i(f) des Schmalbandstörers durch zwei Diracfunktionen bei ±f_{\rm T} mit Gewichten P_{\rm I}/2 angenähert. Eingezeichnet ist auch die Bandbreite B = 0.1 \ \rm MHz (nicht ganz maßstäblich).
Leistungsdichtespektren vor und nach der Bandspreizung
  • Die empfängerseitige Multiplikation mit c(t) – eigentlich mit der Funktion der Bandstauchung, zumindest bezüglich des Nutzanteils von r(t) – bewirkt hinsichtlich des Störsignals i(t) eine Bandspreizung. Ohne Berücksichtigung des Nutzsignals ist b(t) = n(t) = i(t) · c(t). Daraus folgt:
{\it \Phi}_{n}(f) = {\it \Phi}_{i}(f) \star {\it \Phi}_{c}(f) = \frac{P_{\rm I}\cdot T_c}{2}\cdot {\rm si}^2 \left( \pi \cdot (f - f_{\rm T}) \cdot T_c \right )+ \frac{P_{\rm I}\cdot T_c}{2}\cdot {\rm si}^2 \left( \pi \cdot (f + f_{\rm T}) \cdot T_c \right ) \hspace{0.05cm}.
  • Anzumerken ist, dass n(t) hier nur als Abkürzung verwendet wird und nicht AWGN–Rauschen bezeichnet. In einem engen Bereich um die Trägerfrequenz f_{\rm T} = 30 \ \rm MHz ist das LDS {\it \Phi}_n(f) nahezu konstant. Damit gilt für die Störleistung nach der Bandspreizung:
P_{n} = P_{\rm I} \cdot T_c \cdot B = P_{\rm I}\cdot \frac{B}{B_c} = \frac{P_{\rm I}}{J}\hspace{0.05cm}.
  • Das bedeutet: Die Störleistung wird durch Bandspreizung um den Faktor J = T/T_c herabgesetzt, weshalb J häufig auch als Spreizgewinn bezeichnet wird. Ein solcher Spreizgewinn ist allerdings nur bei einem Schmalbandstörer gegeben.