Aufgaben:Exercise 3.5Z: Kullback-Leibler Distance again: Difference between revisions

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'''(1)'''  Bei gleichen Wahrscheinlichkeiten gilt mit $M = 4$:  
'''(1)'''  Bei gleichen Wahrscheinlichkeiten gilt mit  $M = 4$:  
:$$H(X) = {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} M  
:$$H(X) = {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} M  
\hspace{0.15cm} \underline {= 2\,{\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm}.$$  
\hspace{0.15cm} \underline {= 2\,{\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm}.$$  




'''(2)'''  Die Wahrscheinlichkeiten für die empirisch ermittelten Zufallsgrößen $Y$ weichen im Allgemeinen (nicht immer!) von der Gleichverteilung um so mehr ab, je kleiner der Parameter $N$ ist. Man erhält für
 
'''(2)'''  Die Wahrscheinlichkeiten für die empirisch ermittelten Zufallsgrößen  $Y$  weichen im Allgemeinen  (nicht immer!)  von der Gleichverteilung um so mehr ab, je kleiner der Parameter  $N$  ist. 
 
Man erhält für
* $N = 1000 \ \ \Rightarrow \ \ P_Y(Y) =  \big [0.225, \ 0.253, \ 0.250, \ 0.272 \big ]$:  
* $N = 1000 \ \ \Rightarrow \ \ P_Y(Y) =  \big [0.225, \ 0.253, \ 0.250, \ 0.272 \big ]$:  
:$$H(Y) =  
:$$H(Y) =  
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0.250 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.250} +
0.250 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.250} +
0.272 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.272}  
0.272 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.272}  
\hspace{0.15cm} \underline {= 1.9968\,{\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm},$$
\hspace{0.15cm} \underline {= 1.9968\ {\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm},$$
* $N = 100 \ \ \Rightarrow \ \  P_Y(Y) = \big[0.24, \ 0.16, \ 0.30,  ß 0.30\big]$:  
* $N = 100 \ \ \Rightarrow \ \  P_Y(Y) = \big[0.24, \ 0.16, \ 0.30,  \ 0.30\big]$:  
:$$H(Y) = \hspace{0.05cm}\text{...} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.9410\,{\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm},$$
:$$H(Y) = \hspace{0.05cm}\text{...} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.9410\ {\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm},$$
* $N = 10 \ \ \Rightarrow \ \  P_Y(Y) =  \big[0.5, \ 0.1, \ 0.3, \ 0.1 \big]$:
* $N = 10 \ \ \Rightarrow \ \  P_Y(Y) =  \big[0.5, \ 0.1, \ 0.3, \ 0.1 \big]$:
:$$H(Y) = \hspace{0.05cm}\text{...} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.6855\,{\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm}.$$
:$$H(Y) = \hspace{0.05cm}\text{...} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.6855\ {\rm (bit)}}  \hspace{0.05cm}.$$
 




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\right ] \hspace{0.05cm}.$$
\right ] \hspace{0.05cm}.$$


Der Logarithmus zur Basis 2   ⇒    $\log_2(.)$ wurde zur einfachen Nutzung des Taschenrechners durch den Zehnerlogarithmus   ⇒    $\lg(.)$  ersetzt. Man erhält die folgenden numerischen Ergebnisse:
Der Logarithmus zur Basis  $ 2$  ⇒    $\log_2(.)$ wurde zur einfachen Nutzung des Taschenrechners durch den Zehnerlogarithmus   ⇒    $\lg(.)$  ersetzt.
 
Man erhält die folgenden numerischen Ergebnisse:
* für $N=1000$:  
* für $N=1000$:  
:$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{1}{4 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot  
:$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{1}{4 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot  
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'''(4)'''&nbsp; Richtig ist <u>'''Nein'''</u>, wie am Beispiel $N = 100$ gezeigt werden soll:
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) =  \sum_{\mu = 1}^M  P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} = 0.24\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.24}{0.25} + 0.16\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.16}{0.25} +2 \cdot 0.30\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.30}{0.25}  = 0.0407\,{\rm (bit)}\hspace{0.05cm}.$$


*In der Teilaufgabe '''(3)''' haben wir stattdessen $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.0442$ erhalten.  
'''(4)'''&nbsp; Richtig ist&nbsp; <u>'''Nein'''</u>, wie am Beispiel&nbsp; $N = 100$&nbsp; gezeigt werden soll:
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) =  \sum_{\mu = 1}^M  P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} = 0.24\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.24}{0.25} + 0.16\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.16}{0.25} +2 \cdot 0.30\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.30}{0.25}  = 0.0407\ {\rm (bit)}\hspace{0.05cm}.$$
 
*In der Teilaufgabe&nbsp; '''(3)'''&nbsp; haben wir stattdessen&nbsp; $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.0442$&nbsp; erhalten.  
*Das bedeutet auch: &nbsp; Die Bezeichnung „Distanz” ist etwas irreführend.  
*Das bedeutet auch: &nbsp; Die Bezeichnung „Distanz” ist etwas irreführend.  
*Danach würde man eigentlich $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$ = $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$ erwarten.
*Danach würde man eigentlich&nbsp; $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$ = $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$&nbsp; erwarten.




'''(5)'''&nbsp; Mit $P_Y(X) = \big [0, \ 0.25, \ 0.5, \ 0.25 \big ]$ erhält man:
 
 
[[File:P_ID2763__Inf_Z_3_4e.png|right|frame|Wahrscheinlichkeitsfunktion, Entropie und Kullback–Leibler–Distanz]]
'''(5)'''&nbsp; Mit&nbsp; $P_Y(X) = \big [0, \ 0.25, \ 0.5, \ 0.25 \big ]$&nbsp; erhält man:
:$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0} + 2 \cdot 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.25}+0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.50}\hspace{0.05cm}.$$
:$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0} + 2 \cdot 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.25}+0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.50}\hspace{0.05cm}.$$


*Aufgrund des ersten Terms ergibt sich für $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm}P_Y)$ ein unendlich großer Wert.  
*Aufgrund des ersten Terms ergibt sich für&nbsp; $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm}P_Y)$&nbsp; ein unendlich großer Wert.  
*Für die zweite Kullback–Leibler–Distanz gilt:
*Für die zweite Kullback–Leibler–Distanz gilt:
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0}{0.25} + 2 \cdot 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.25}+
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0}{0.25} + 2 \cdot 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.25}+
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\hspace{0.05cm}.$$
\hspace{0.05cm}.$$


[[File:P_ID2763__Inf_Z_3_4e.png|right|frame|Wahrscheinlichkeitsfunktion, Entropie und Kullback–Leibler–Distanz]]
*Nach einer Grenzwertbetrachtung erkennt man, dass der erste Term das Ergebnis&nbsp; $0$&nbsp; liefert.&nbsp; Auch der zweite Term ergibt sich zu Null, und man erhält als Endergebnis:
Nach einer Grenzwertbetrachtung erkennt man, dass der erste Term das Ergebnis $0$ liefert. Auch der zweite Term ergibt sich zu $0$, und man erhält als Endergebnis:
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0.50\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} (2) \hspace{0.15cm} \underline {= 0.5\,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$
:$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0.50\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} (2) \hspace{0.15cm} \underline {= 0.5\,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$


Richtig sind somit die <u>Aussagen 3 und 5</u>:  
Richtig sind somit die&nbsp; <u>Aussagen 3 und 5</u>:  
*Aus diesem Extrembeispiel wird deutlich, dass sich $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$ stets von $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$ unterscheidet.  
*Aus diesem Extrembeispiel wird deutlich, dass sich&nbsp; $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$&nbsp; stets von&nbsp; $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$&nbsp; unterscheidet.  
*Nur für den Sonderfall $P_Y = P_X$ sind beide Kullback–Leibler–Distanzen gleich, nämlich Null.  
*Nur für den Sonderfall&nbsp; $P_Y \equiv P_X$&nbsp; sind beide Kullback–Leibler–Distanzen gleich, nämlich Null.  
*Die nebenstehende Tabelle zeigt das vollständige Ergebnis dieser Aufgabe.
*Die nebenstehende Tabelle zeigt das vollständige Ergebnis dieser Aufgabe.






'''(6)'''&nbsp; Richtig ist wiederum <u>'''Nein'''</u>. Die Tendenz ist zwar eindeutig: &nbsp; Je größer $N$ ist,
 
* desto mehr nähert sich $H(Y)$ im Prinzip dem Endwert $H(X) = 2 \ \rm bit$ an.
'''(6)'''&nbsp; Richtig ist wiederum&nbsp; <u>'''Nein'''</u>.&nbsp; Die Tendenz ist zwar eindeutig: &nbsp; Je größer&nbsp; $N$&nbsp; ist,
* um so kleiner werden die Distanzen $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$ und $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$.
* desto mehr nähert sich&nbsp; $H(Y)$&nbsp; im Prinzip dem Endwert&nbsp; $H(X) = 2 \ \rm bit$&nbsp; an.
* um so kleiner werden die Distanzen&nbsp; $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$&nbsp; und&nbsp; $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$.




Man erkennt aus der Tabelle aber auch, dass es Ausnahmen gibt:
Man erkennt aus der Tabelle aber auch, dass es Ausnahmen gibt:
* Die Entropie $H(Y)$ ist für $N = 1000$ kleiner als für $N = 400$.
* Die Entropie&nbsp; $H(Y)$&nbsp; ist für&nbsp; $N = 1000$&nbsp; kleiner als für&nbsp; $N = 400$.
* Die Distanz $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm}P_Y)$ ist für $N = 1000$ größer als für $N = 400$.
* Die Distanz&nbsp; $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm}P_Y)$&nbsp; ist für&nbsp; $N = 1000$&nbsp; größer als für&nbsp; $N = 400$.
 
*Der Grund hierfür ist, dass das hier dokumentierte empirische Experiment mit&nbsp; $N = 400$&nbsp; eher zu einer Gleichverteilung geführt hat als das Experiment mit&nbsp; $N = 1000$.
 
*Würde man dagegen sehr (unendlich) viele Versuche mit&nbsp; $N = 400$&nbsp; und&nbsp; $N = 1000$&nbsp; starten und über all diese mitteln, ergäbe sich tatsächlich der eigentlich erwartete monotone Verlauf.
Der Grund hierfür ist, dass das hier dokumentierte empirische Experiment mit $N = 400$ eher zu einer Gleichverteilung geführt hat als das Experiment mit $N = 1000$.
 
Würde man dagegen sehr (unendlich) viele Versuche mit $N = 400$ und $N = 1000$ starten und über diese mitteln, ergäbe sich tatsächlich der eigentlich erwartete monotone Verlauf.


{{ML-Fuß}}
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Revision as of 19:03, 30 January 2020

Ermittelte Wahrscheinlichkeitsfunktionen

Die Wahrscheinlichkeitsfunktion lautet:

$$P_X(X) = \big[\hspace{0.03cm}0.25\hspace{0.03cm}, \hspace{0.15cm} 0.25\hspace{0.15cm},\hspace{0.15cm} 0.25 \hspace{0.03cm}, \hspace{0.15cm} 0.25\hspace{0.03cm}\big]\hspace{0.05cm}.$$

Die Zufallsgröße  $X$  ist also gekennzeichnet durch

  • den Symbolumfang  $M=4$,
  • gleiche Wahrscheinlichkeiten $P_X(1) = P_X(2) = P_X(3) = P_X(4) = 1/4$ .


Die Zufallsgröße  $Y$  ist stets eine Näherung für  $X$:

  • Sie wurde per Simulation aus einer Gleichverteilung gewonnen, wobei jeweils nur  $N$  Zufallszahlen ausgewertet wurden.
  • Das heißt:   $P_Y(1)$, ... , $P_Y(4)$  sind im herkömmlichen Sinn keine Wahrscheinlichkeiten.  Sie beschreiben vielmehr  relative Häufigkeiten.


Das Ergebnis der sechsten Versuchsreihe  (mit  $N=1000)$  wird demnach durch die folgende Wahrscheinlichkeitsfunktion zusammengefasst:

$$P_Y(X) = \big [\hspace{0.05cm}0.225\hspace{0.15cm}, \hspace{0.05cm} 0.253\hspace{0.05cm},\hspace{0.15cm} 0.250 \hspace{0.05cm}, \hspace{0.15cm} 0.272\hspace{0.05cm}\big]

\hspace{0.05cm}.$$ Bei dieser Schreibweise ist bereits berücksichtigt, dass die Zufallsgrößen  $X$  und  $Y$  auf dem gleichen Alphabet  $X = \{1,\ 2,\ 3,\ 4\}$ basieren.

Mit diesen Voraussetzungen gilt für die  relative Entropie  (englisch:  Informational Divergence) zwischen den beiden Wahrscheinlichkeitsfunktionen  $P_X(.)$  und  $P_Y(.)$ :

$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = {\rm E}_X \hspace{-0.1cm}\left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(X)}{P_Y(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 1}^{M} P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)} \hspace{0.05cm}.$$

Man bezeichnet  $D( P_X\hspace{0.05cm} || \hspace{0.05cm}P_Y)$  als (erste) Kullback–Leibler–Distanz.

  • Diese ist ein Maß für die Ähnlichkeit zwischen den zwei Wahrscheinlichkeitsfunktionen  $P_X(.)$  und  $P_Y(.)$.
  • Die Erwartungswertbildung geschieht hier hinsichtlich der (tatsächlich gleichverteilten) Zufallsgröße  $X$.  Dies wird durch die Nomenklatur  ${\rm E}_X\big[.\big]$  angedeutet.


Eine zweite Form der Kullback–Leibler–Distanz ergibt sich durch die Erwartungswertbildung hinsichtlich der Zufallsgröße  $Y$   ⇒   ${\rm E}_Y\big [.\big ]$:

$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = {\rm E}_Y \hspace{-0.1cm} \left [ {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(X)}{P_X(X)}\right ] \hspace{0.2cm}=\hspace{0.2cm} \sum_{\mu = 1}^M P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} \hspace{0.05cm}.$$





Hinweise:


Fragebogen

1 Welche Entropie besitzt die Zufallsgröße  $X$ ?

$H(X)\ = \ $ $\ \rm bit$

2 Wie groß sind die Entropien der Zufallsgrößen  $Y$  $($Näherungen für  $X)$?

$N=10^3\text{:} \hspace{0.5cm} H(Y) \ = \ $ $\ \rm bit$
$N=10^2\text{:} \hspace{0.5cm} H(Y) \ = \ $ $\ \rm bit$
$N=10^1\text{:} \hspace{0.5cm} H(Y) \ = \ $ $\ \rm bit$

3 Berechnen Sie die folgenden Kullback–Leibler–Distanzen.

$N=10^3\text{:} \hspace{0.5cm} D( P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) \ = \ $ $\ \rm bit$
$N=10^2\text{:} \hspace{0.5cm} D( P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) \ = \ $ $\ \rm bit$
$N=10^1\text{:} \hspace{0.5cm} D( P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) \ = \ $ $\ \rm bit$

4 Liefert  $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$  jeweils exakt das gleiche Ergebnis?

Ja.
Nein.

5 Welche Aussagen gelten für die Kullback–Leibler–Distanzen bei  $N = 4$?

Es gilt  $D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0$.
Es gilt  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.5 \ \rm bit$.
$D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$  ist unendlich groß.
Es gilt  $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0$.
Es gilt  $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0.5 \ \rm bit$.
$D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$  ist unendlich groß.

6 Ändern sich sowohl  $H(Y)$  als auch  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$  monoton mit  $N$?

Ja,
Nein.


Musterlösung

(1)  Bei gleichen Wahrscheinlichkeiten gilt mit  $M = 4$:

$$H(X) = {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} M

\hspace{0.15cm} \underline {= 2\,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$


(2)  Die Wahrscheinlichkeiten für die empirisch ermittelten Zufallsgrößen  $Y$  weichen im Allgemeinen  (nicht immer!)  von der Gleichverteilung um so mehr ab, je kleiner der Parameter  $N$  ist. 

Man erhält für

  • $N = 1000 \ \ \Rightarrow \ \ P_Y(Y) = \big [0.225, \ 0.253, \ 0.250, \ 0.272 \big ]$:
$$H(Y) =

0.225 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.225} + 0.253 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.253} + 0.250 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.250} + 0.272 \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{1}{0.272} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.9968\ {\rm (bit)}} \hspace{0.05cm},$$

  • $N = 100 \ \ \Rightarrow \ \ P_Y(Y) = \big[0.24, \ 0.16, \ 0.30, \ 0.30\big]$:
$$H(Y) = \hspace{0.05cm}\text{...} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.9410\ {\rm (bit)}} \hspace{0.05cm},$$
  • $N = 10 \ \ \Rightarrow \ \ P_Y(Y) = \big[0.5, \ 0.1, \ 0.3, \ 0.1 \big]$:
$$H(Y) = \hspace{0.05cm}\text{...} \hspace{0.15cm} \underline {= 1.6855\ {\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$


(3)  Die Gleichung für die gesuchte Kullback–Leibler–Distanz lautet:

$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \sum_{\mu = 1}^{4} P_X(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_X(\mu)}{P_Y(\mu)}

= \frac{1/4}{{\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot \left [ {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{P_Y(1)} + \frac{0.25}{P_Y(2)} + \frac{0.25}{P_Y(3)} + \frac{0.25}{P_Y(4)} \right ] $$

$$\Rightarrow \hspace{0.3cm} D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{1}{4 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot

\left [ {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.25^4}{P_Y(1) \cdot P_Y(2)\cdot P_Y(3)\cdot P_Y(4)} \right ] \hspace{0.05cm}.$$

Der Logarithmus zur Basis  $ 2$  ⇒   $\log_2(.)$ wurde zur einfachen Nutzung des Taschenrechners durch den Zehnerlogarithmus   ⇒   $\lg(.)$ ersetzt.

Man erhält die folgenden numerischen Ergebnisse:

  • für $N=1000$:
$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{1}{4 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot

\left [ {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.25^4}{0.225 \cdot 0.253\cdot 0.250\cdot 0.272} \right ] \hspace{0.15cm} \underline {= 0.00328 \,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm},$$

  • für $N=100$:
$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{1}{4 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot

\left [ {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.25^4}{0.24 \cdot 0.16\cdot 0.30\cdot 0.30} \right ] \hspace{0.15cm} \underline {= 0.0442 \,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm},$$

  • für $N=10$:
$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = \frac{1}{4 \cdot {\rm lg} \hspace{0.1cm}(2)} \cdot

\left [ {\rm lg} \hspace{0.1cm} \frac{0.25^4}{0.5 \cdot 0.1\cdot 0.3\cdot 0.1} \right ] \hspace{0.15cm} \underline {= 0.345 \,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$


(4)  Richtig ist  Nein, wie am Beispiel  $N = 100$  gezeigt werden soll:

$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = \sum_{\mu = 1}^M P_Y(\mu) \cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{P_Y(\mu)}{P_X(\mu)} = 0.24\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.24}{0.25} + 0.16\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.16}{0.25} +2 \cdot 0.30\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.30}{0.25} = 0.0407\ {\rm (bit)}\hspace{0.05cm}.$$
  • In der Teilaufgabe  (3)  haben wir stattdessen  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.0442$  erhalten.
  • Das bedeutet auch:   Die Bezeichnung „Distanz” ist etwas irreführend.
  • Danach würde man eigentlich  $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$ = $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$  erwarten.



Wahrscheinlichkeitsfunktion, Entropie und Kullback–Leibler–Distanz

(5)  Mit  $P_Y(X) = \big [0, \ 0.25, \ 0.5, \ 0.25 \big ]$  erhält man:

$$D(P_X \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y) = 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0} + 2 \cdot 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.25}+0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.50}\hspace{0.05cm}.$$
  • Aufgrund des ersten Terms ergibt sich für  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm}P_Y)$  ein unendlich großer Wert.
  • Für die zweite Kullback–Leibler–Distanz gilt:
$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0}{0.25} + 2 \cdot 0.25\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.25}{0.25}+

0.50\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} \frac{0.5}{0.25} \hspace{0.05cm}.$$

  • Nach einer Grenzwertbetrachtung erkennt man, dass der erste Term das Ergebnis  $0$  liefert.  Auch der zweite Term ergibt sich zu Null, und man erhält als Endergebnis:
$$D(P_Y \hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X) = 0.50\cdot {\rm log}_2 \hspace{0.1cm} (2) \hspace{0.15cm} \underline {= 0.5\,{\rm (bit)}} \hspace{0.05cm}.$$

Richtig sind somit die  Aussagen 3 und 5:

  • Aus diesem Extrembeispiel wird deutlich, dass sich  $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$  stets von  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$  unterscheidet.
  • Nur für den Sonderfall  $P_Y \equiv P_X$  sind beide Kullback–Leibler–Distanzen gleich, nämlich Null.
  • Die nebenstehende Tabelle zeigt das vollständige Ergebnis dieser Aufgabe.



(6)  Richtig ist wiederum  Nein.  Die Tendenz ist zwar eindeutig:   Je größer  $N$  ist,

  • desto mehr nähert sich  $H(Y)$  im Prinzip dem Endwert  $H(X) = 2 \ \rm bit$  an.
  • um so kleiner werden die Distanzen  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_Y)$  und  $D(P_Y\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm} P_X)$.


Man erkennt aus der Tabelle aber auch, dass es Ausnahmen gibt:

  • Die Entropie  $H(Y)$  ist für  $N = 1000$  kleiner als für  $N = 400$.
  • Die Distanz  $D(P_X\hspace{0.05cm}|| \hspace{0.05cm}P_Y)$  ist für  $N = 1000$  größer als für  $N = 400$.
  • Der Grund hierfür ist, dass das hier dokumentierte empirische Experiment mit  $N = 400$  eher zu einer Gleichverteilung geführt hat als das Experiment mit  $N = 1000$.
  • Würde man dagegen sehr (unendlich) viele Versuche mit  $N = 400$  und  $N = 1000$  starten und über all diese mitteln, ergäbe sich tatsächlich der eigentlich erwartete monotone Verlauf.