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Exercise 2.3: DSB-AM Realization

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Revision as of 17:50, 6 March 2020 by Guenter (talk | contribs)

Nichtlineare Kennlinie
zur AM–Realisierung

Zur Realisierung der so genannten  „ZSB–AM mit Träger”  soll ein Verstärker mit der Kennlinie

y=g(x)=U(1ex/U)

verwendet werden. Hierbei sind  x=x(t)  und  y=y(t)  als zeitabhängige Spannungen am Eingang bzw. Ausgang des Verstärkers zu verstehen.  Der Parameter  U=3 V  gibt die Sättigungsspannung des Verstärkers an.

Diese Kennlinie wird im Arbeitspunkt  A0=2 V  betrieben.  Dies erreicht man beispielsweise durch das Eingangssignal

x(t)=A0+z(t)+q(t).

Setzen Sie für das Trägersignal und das Quellensignal jeweils Cosinusschwingungen voraus:

z(t)=ATcos(2πfTt),AT=1V,fT=30kHz,
q(t)=ANcos(2πfNt),AN=1V,fN=3kHz.

Verwenden Sie bei der Lösung dieser Aufgabe die Hilfsgröße

w(t)=x(t)A0=z(t)+q(t).

Die nichtlineare Kennlinie kann entsprechend einer  Taylorreihe  um den Arbeitspunkt entwickelt werden:

y(x)=y(A0)+11!y(A0)(xA0)+12!y

In Abhängigkeit der Hilfsgröße  w(t)  kann das Ausgangssignal dann auch wie folgt dargestellt werden:

y(t) = c_0 + c_1 \cdot w(t) + c_2 \cdot w^2(t)+ c_3 \cdot w^3(t) +\text{ ...}

Das ZSB–AM–Signal  s(t)  erhält man durch die Bandbegrenzung von  y(t)  auf den Frequenzbereich von  \text{23 kHz}  bis  \text{37 kHz}.  Das heißt:  Alle anderen Frequenzen als  f_{\rm T},  f_{\rm T}±f_{\rm N}  sowie  f_{\rm T}±2f_{\rm N}  werden durch den Bandpass entfernt.

Die Grafik zeigt die Kennlinie  g(x)  sowie die Näherungen  g_1(x),  g_2(x)  und  g_3(x), wenn man die Taylorreihe nach dem ersten, zweiten oder dritten Term abbricht.  Man erkennt, dass die Näherung  g_3(x)  im dargestellten Bereich innerhalb der Zeichengenauigkeit von  g(x)  nicht mehr zu unterscheiden ist.





Hinweise:


Fragebogen

1

In welchem Bereich kann das Eingangssignal  x(t)  variieren?  Geben Sie den Minimal– und Maximalwert der Hilfsgröße  w(t) = x(t) - A_0  an.

w_{\rm min} \ = \

\ \text{V}
w_{\rm max} \ = \

\ \text{V}

2

Berechnen Sie die Koeffizienten  c_0  und  c_1  der Taylorreihe.

c_0 \ = \

\ \text{V}
c_1 \ = \

3

Wie lauten die Koeffizienten  c_2  und  c_3  der nichtlinearen Kennlinie?

c_2\ = \

\ \rm V^{ -1 }
c_3\ = \

\ \rm V^{ -2 }

4

Zeigen Sie, dass sich eine  „ZSB–AM mit Träger”–Konstellation ergibt, wenn man  c_3  als vernachlässigbar klein betrachtet.  Wie groß ist der Modulationsgrad  m?

m \ = \

5

Welche der Aussagen treffen unter der Voraussetzung zu, dass man  c_3  nicht als vernachlässigbar klein betrachten kann?

Das Gewicht der Spektrallinie bei  f_{\rm T}  wird nicht verändert.
s(t)  beinhaltet nun auch Diraclinien bei  f_{\rm T} ± 2f_{\rm N}.
Der kubische Term führt zu nichtlinearen Verzerrungen.
Der kubische Term führt zu linearen Verzerrungen.


Musterlösung

(1)  Aus  x(t) = A_0 + z(t) + q(t)  erhält man mit  A_0 = 2\ \rm V  und  A_{\rm T} = A_{\rm N} = 1 \ \rm V  den möglichen Bereich  0 \ {\rm V} ≤ x(t) ≤ 4\ \rm V.

  • Die Hilfsgröße  w(t)  kann somit Werte zwischen  w_{\rm min}\hspace{0.15cm}\underline{ = -2 \ \rm V}  und  w_{\rm max}\hspace{0.15cm}\underline{ = +2 \ \rm V}  annehmen.


(2)  Der Koeffizient  c_0  ist gleich dem Kennlinienwert im Arbeitspunkt.  Mit  A_0 = 2 \ \rm V  und  U = 3 \ \rm V  erhält man:

c_0 = y(A_0) = U \cdot \left( 1 -{\rm e} ^{-A_0/U}\right) \hspace{0.15cm}\underline {= 1.460\,{\rm V}}\hspace{0.05cm}.
  • Entsprechend gilt für den Taylorkoeffizienten  c_1:
c_1 = y\hspace{0.06cm}'(A_0)= {\rm e} ^{-A_0/U}\hspace{0.15cm}\underline { = 0.513}\hspace{0.05cm}.


(3)  Die weiteren Ableitungen  (n ≥ 2)  lauten:

y^{(n)}(A_0)= \frac{(-1)^{n-1}}{U^{n-1}} \cdot {\rm e} ^{-A_0/U} \hspace{0.05cm}.
  • Daraus ergeben sich folgende Koeffizienten:
c_2 = \frac{1}{2!} \cdot y^{(2)}(A_0)= \frac{1}{2U} \cdot {\rm e}^{-A_0/U} \hspace{0.15cm}\underline {= -0.086\,{\rm V^{-1}}}\hspace{0.05cm},
c_3 = \frac{1}{3!} \cdot y^{(3)}(A_0)= \frac{1}{6U^2} \cdot {\rm e}^{-A_0/U}\hspace{0.15cm}\underline { = 0.0095\,{\rm V^{-2}}}\hspace{0.05cm}.


(4)  Setzt man  c_3 = 0, so lautet das Ausgangssignal des Verstärkers:

y(t) = c_0 + c_1 \cdot (z(t) + q(t)) + c_2 \cdot (z^2(t) + q^2(t) + 2 \cdot z(t) \cdot q(t))\hspace{0.05cm}.
  • Nach dem Bandpass verbleiben somit noch folgende Signalanteile:
s(t) = c_1 \cdot z(t) + 2 \cdot c_2 \cdot z(t) \cdot q(t) = \left[c_1 \cdot A_{\rm T} + 2 \cdot c_2 \cdot A_{\rm T} \cdot A_{\rm N} \cdot \cos(\omega_{\rm N} t)\right] \cdot \cos(\omega_{\rm T} t)\hspace{0.05cm}.
  • Der Modulationsgrad ist dann als Quotient der „Amplitude” der Nachrichtenschwingung zur „Amplitude” des Trägers zu bestimmen:
m = \frac{2 \cdot |c_2| \cdot A_{\rm T} \cdot A_{\rm N}}{|c_1| \cdot A_{\rm T}} = \frac{2 \cdot |c_2| \cdot A_{\rm N}}{|c_1| }= \frac{2 \cdot 0.086 \cdot 1\,{\rm V}}{0.513 }\hspace{0.15cm}\underline { = 0.335}\hspace{0.05cm}.


(5)  Richtig sind die Aussagen 2 und 3:

  • Unter Berücksichtigung des kubischen Anteils beinhaltet  y(t)  noch folgende weitere Anteile:
y_3(t) = c_3 \cdot (z(t) + q(t))^3 = c_3 \cdot z^3(t) + 3 \cdot c_3 \cdot z^2(t) \cdot q(t)+ 3 \cdot c_3 \cdot z(t) \cdot q^2(t) + c_3 \cdot q^3(t) \hspace{0.05cm}.
  • Der erste Term führt zu Anteilen bei  f_{\rm T}  und  3f_{\rm T}, der letzte bei  f_{\rm N}  und  3f_{\rm N}.  Der zweite Term ergibt einen Anteil bei  f_{\rm N}  und weitere bei  2f_{\rm T} ± f_{\rm N}:
3 \cdot c_3 \cdot z^2(t) \cdot q(t)= {3}/{2 } \cdot A_{\rm T}^2 \cdot A_{\rm N} \cdot \left[ \cos(\omega_{\rm N} t) + \cos(2\omega_{\rm T} t) \cdot \cos(\omega_{\rm N} t)\right] \hspace{0.05cm}.
  • Entsprechend führt der dritte Summand in obiger Gleichung zu
3 \cdot c_3 \cdot z(t) \cdot q^2(t)= {3}/{2 } \cdot A_{\rm T} \cdot A_{\rm N}^2 \cdot \left[ \cos(\omega_{\rm T} t) + \cos(\omega_{\rm T} t)\cdot \cos(2 \omega_{\rm N} t)\right] \hspace{0.05cm}.
  • Innerhalb des Frequenzbereichs von  \text{23 kHz}  bis  \text{37 kHz}  kommt es also tatsächlich zu einer Veränderung der Spektrallinie bei  f_{\rm T}  und es entstehen neue Diraclinien bei  f_{\rm T} ± 2f_{\rm N}, also bei  \text{24 kHz}  und  \text{36 kHz}.
  • Die dadurch verbundenen Verzerrungen sind somit nichtlinear   ⇒   Antwort 3 ist richtig und Antwort 4 ist falsch.