Exercise 4.17Z: Rayleigh and Rice Distribution
Für die Untersuchung von Nachrichtensystemen haben die Rayleigh– und die Rice–Verteilung eine große Bedeutung. Im Folgenden sei y eine rayleigh– oder eine riceverteilte Zufallsgröße und η jeweils eine Realisierung hiervon.
- Die Rayleighverteilung ergibt sich dabei für die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion (kurz: WDF) einer Zufallsgröße y, die sich aus den beiden gaußverteilten und statistisch unabhängigen Komponenten u und υ (beide mit der Streuung σn) wie folgt ergibt:
- y=√u2+v2⇒py(η)=ησ2n⋅exp[−η22σ2n].
- Die Riceverteilung erhält man unter sonst gleichen Randbedingungen für den Anwendungsfall, dass bei einer der beiden Komponenten noch eine Konstante C addiert wird, zum Beispiel:
- y=√(u+C)2+v2⇒py(η)=ησ2n⋅exp[−η2+C22σ2n]⋅I0[η⋅Cσ2n].
In dieser Gleichung bezeichnet I0(x) die modifizierte Besselfunktion nullter Ordnung.
In der Grafik sind die beiden Dichtefunktionen dargestellt, wobei allerdings nicht angegeben wird, ob pI(η) bzw. pII(η) zu einer Rayleigh– oder zu einer Riceverteilung gehören. Bekannt ist nur, dass je eine Rayleigh– und eine Riceverteilung dargestellt ist. Der Parameter σn ist bei beiden gleich.
Für Ihre Entscheidung, ob Sie pI(η) oder pII(η) der Riceverteilung zuordnen, und für die Ermittlung der WDF–Parameter können Sie folgende Aussagen berücksichtigen:
- Für große Werte des Quotienten C/σn lässt sich die Riceverteilung durch eine Gaußverteilung mit Mittelwert C und Streuung σn annähern.
- Die der Grafik zugrunde liegenden Werte von C und σn sind ganzzahlig.
Hinsichtlich der Rayleighverteilung ist zu beachten:
- Für beide Verteilungen ist das gleiche σn zugrunde gelegt.
- Für die Streuung (Wurzel aus der Varianz) der Rayleighverteilung gilt:
- σy=σn⋅√2−π/2≈0.655⋅σn.
- Für die Streuung bzw. für die Varianz der Riceverteilung kann allgemein nur ein komplizierter Ausdruck mit hypergeometrischen Funktionen angegeben werden, ansonsten nur eine Näherung für C≫σn entsprechend der Gaußverteilung.
Hinweise:
- Diese Aufgabe gehört zum Kapitel Trägerfrequenzsysteme mit nichtkohärenter Demodulation.
- Sollte die Eingabe des Zahlenwertes „0” erforderlich sein, so geben Sie bitte „0.” ein.
- Gegeben ist zudem das folgende unbestimmteIntegral:
- ∫x⋅e−x2dx=−1/2⋅e−x2+const.
Fragebogen
Musterlösung
- Die obere Grafik zeigt näherungsweise eine Gaußverteilung und gehört dementsprechend zur Riceverteilung.
(2) Man erkennt aus der Grafik: Der Mittelwert der Gaußverteilung ist C=4_ und die Streuung ist σn=1_.
Vorgegeben war ja, dass C und σn ganzzahlig seien. Damit lauten die beiden Dichtefunktionen:
- pI(η) = η⋅exp[−η2+162]⋅I0(4η)≈1√2π⋅exp[−(η−4)22],
- pII(η) = η⋅exp[−η22].
(3) Richtig ist der Lösungsvorschlag 2, wie bereits aus der Grafik ersichtlich ist. Eine Rechnung bestätigt dieses Ergebnis:
- σ2Rice = σ2n=1,
- σ2Rayl = σ2n⋅(2−π/2)≈0.429.
(4) Allgemein ist die Wahrscheinlichkeit, dass y größer ist als ein Wert y0, gleich
- Pr(y>y0)=∫∞y0ησ2n⋅exp[−η22σ2n]dη.
Mit der Substitution x2=η2/(2σ2n) kann hierfür geschrieben werden:
- Pr(y>y0)=2⋅∫∞y0/(√2⋅σn)x⋅e−x2dx=[e−x2]∞√2⋅σn=exp[−y202σ2n].
Hierbei wurde das vorne angegebene unbestimmte Integral benutzt. Insbesondere gilt:
- Pr(y>σn) = e−0.5≈60.7%_,
- Pr(y>2σn) = e−2.0≈13.5%_,
- Pr(y>3σn) = e−4.5≈1.1%_.