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Exercise 4.3: Iterative Decoding at the BSC

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BSC–Modell und mögliche Empfangswerte

Wir betrachten in dieser Aufgabe zwei Codes:

x_=((0,0,0),(0,1,1),(1,0,1),(1,1,0)),
x_=((0,0,0),(1,1,1)).


Der Kanal wird auf Bitebene durch das  BSC–Modell  beschrieben. Entsprechend der Grafik gilt dabei:

Pr(yixi) = ε=0.269,
Pr(yi=xi) = 1ε=0.731.

Hierbei bezeichnet  ε  die Verfälschungswahrscheinlichkeit des BSC–Modells.

Bis auf die letzte Teilaufgabe wird stets von folgendem Empfangswert ausgegangen:

y_=(0,1,0)=y_2.

Die hier gewählte Indizierung aller möglichen Empfangsvektoren kann der Grafik entnommen werden.

  • Der meistens betrachtete Vektor  y_2  ist hierbei rot hervorgehoben.
  • Für die Teilaufgabe (6) gilt dann:
y_=(1,1,0)=y_6.

Zur Decodierung sollen in der Aufgabe untersucht werden:

  • die  Syndromdecodierung, die bei den betrachteten Codes dem Konzept  Hard Decision Maximum Likelihood Detection  (HD–ML) folgt
    (Softwerte liegen beim BSC nicht vor),
  • die symbolweise  Soft–in Soft–out Decodierung  (SISO) entsprechend dieses Abschnitts.






Hinweise:

Symbolweise Soft–in Soft–out_Decodierung, sowie
Binary Symmetric Channel.
  • Das vom Decoder ausgewählte Codewort wird in den Fragen mit  z_  bezeichnet.



Fragebogen

1

Welche Aussagen gelten für die Decodierung des  SPC (3, 2, 2)?

Die HD–Syndromdecodierung liefert das Ergebnis  z_=(0,1,0).
Die HD–Syndromdecodierung liefert das Ergebnis  z_=(0,0,0).
Die HD–Syndromdecodierung versagt hier.

2

Welche Aussagen gelten für den   RC (3, 1, 3)?

Die HD–Syndromdecodierung liefert das Ergebnis  z_=(0,1,0).
Die HD–Syndromdecodierung liefert das Ergebnis  z_=(0,0,0).
Die HD–Syndromdecodierung versagt hier.

3

Wie sicher ist diese Entscheidung, wenn man als Sicherheit  S  den Quotienten der Wahrscheinlichkeiten für eine richtige bzw. falsche Entscheidung definiert?
Setzen Sie die Verfälschungswahrscheinlichkeit des BSC–Modells zu  ε=26.9%.

S = 

ln(S) = 

4

Wie lauten die intrinsischen  L–Werte für die iterative symbolweise Decodierung des  RC (3, 1)–Empfangswortes  y_2=(0,1,0)?

LK(1) = 

LK(2) = 

LK(3) = 

5

Welche Aussagen sind für die Decodierung des Empfangswortes  y_2=(0,1,0)  zutreffend? Gehen Sie weiterhin vom  RC (3, 1, 3) aus.

Ab der ersten Iteration sind alle Vorzeichen von  LAPP(i)  positiv.
Bereits nach der zweiten Iteration ist  Pr(x_0|y_2)  größer als  99%.
Mit jeder Iteration werden die Beträge  LAPP(i)  größer.

6

Welche Aussagen sind für die Decodierung des Empfangswortes  y_6=(1,1,0)  zutreffend, wenn  x_0=(0,0,0)  gesendet wurde?

Der iterative Decoder entscheidet richtig.
Der iterative Decoder entscheidet falsch.
Die „Zuverlässigkeit" für „y_6x_0" steigt mit wachsendem  I.


Musterlösung

(1)  Richtig ist der Lösungsvorschlag 3:

  • Das Empfangswort y_2=(0,1,0) ist kein gültiges Codewort des Single Parity–check Codes SPC (3, 2). Somit ist die erste Aussage falsch.
  • Da der SPC (3, 2) zudem nur die minimale Distanz dmin=2 aufweist, kann auch kein Fehler korrigiert werden.


(2)  Richtig ist der Lösungsvorschlag 2:

  • Die möglichen Codeworte beim RP (3, 1) sind x_0=(0,0,0) und x_1=(1,1,1).
  • Die minimale Distanz dieses Codes beträgt dmin=3, so dass t=(dmin1)/2=1 Fehler korrigiert werden kann.
  • Neben y_0=(0,0,0) werden auch y_1=(0,0,1), y_2=(0,1,0) und y_4=(1,0,0) dem Decodierergebnis x_0=(0,0,0) zugeordnet.


(3)  Entsprechend dem BSC–Modell gilt für die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass y_2=(0,1,0) empfangen wird, unter der Voraussetzung, dass x_0=(0,0,0) gesendet wurde:

Pr(y_=y_2|x_=x_0)=(1ε)2ε.
  • Der erste Term (1 \, –\varepsilon)^2 gibt dabei die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass das erste und das dritte Bit richtig übertragen wurden und \varepsilon berücksichtigt die Verfälschungswahrscheinlichkeit für das zweite Bit.
  • Entsprechend gilt für das zweite mögliche Codewort \underline{x}_1 = (1, 1, 1):
{\rm Pr}(\underline{y} = \underline{y}_2 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_1 ) = \varepsilon^2 \cdot (1-\varepsilon) \hspace{0.05cm}.
  • Nach dem Satz von Bayes gilt dann für die Rückschlusswahrscheinlichkeiten:
{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y} = \underline{y}_2 ) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} {\rm Pr}(\underline{y} = \underline{y}_2 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 ) \cdot \frac{{\rm Pr}(\underline{x} = \underline{x}_0)} {{\rm Pr}(\underline{y} = \underline{y}_2)} \hspace{0.05cm},
{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_1 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y} = \underline{y}_2 ) \hspace{-0.15cm} \ = \ \hspace{-0.15cm} {\rm Pr}(\underline{y} = \underline{y}_2 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_1 ) \cdot \frac{{\rm Pr}(\underline{x} = \underline{x}_1)} {{\rm Pr}(\underline{y} = \underline{y}_2)}
\Rightarrow \hspace{0.3cm} S = \frac{{\rm Pr(richtige \hspace{0.15cm}Entscheidung)}} {{\rm Pr(falsche \hspace{0.15cm}Entscheidung) }} = \frac{(1-\varepsilon)^2 \cdot \varepsilon}{\varepsilon^2 \cdot (1-\varepsilon)}= \frac{(1-\varepsilon)}{\varepsilon}\hspace{0.05cm}.
  • Mit \varepsilon = 0.269 erhält man folgende Zahlenwerte:
S = {0.731}/{0.269}\hspace{0.15cm}\underline {= 2.717}\hspace{0.3cm}\Rightarrow \hspace{0.3cm}{\rm ln}\hspace{0.15cm}(S)\hspace{0.15cm} \underline {= 1}\hspace{0.05cm}.


(4)  Das Vorzeichen des Kanal–L–Wertes L_{\rm K}(i) ist positiv, falls y_i = 0, und negativ für y_i = 1.

  • Der Betrag gibt die Zuverlässigkeit von y_i an. Beim BSC–Modell gilt |L_{\rm K}(i)| = \ln {(1 \, – \varepsilon)/\varepsilon} = 1 für alle i. Also:
Iterative Decodierung von (+1, –1, +1)
\underline {L_{\rm K}}(1)\hspace{0.15cm} \underline {= +1}\hspace{0.05cm},\hspace{0.5cm} \underline {L_{\rm K}}(2)\hspace{0.15cm} \underline {= -1}\hspace{0.05cm},\hspace{0.5cm} \underline {L_{\rm K}}(3)\hspace{0.15cm} \underline {= +1}\hspace{0.05cm}.


(5)  Die nebenstehende Tabelle verdeutlicht die iterative symbolweise Decodierung ausgehend von \underline{y}_2 = (0, \, 1, \, 0).
Diese Ergebnisse lassen sich wie folgt interpretieren:

  • Die Vorbelegung (Iteration I = 0) geschieht entsprechend \underline{L}_{\rm APP} = \underline{L}_{\rm K}. Eine harte Entscheidung  ⇒  „\sign {\underline{L}_{\rm APP}(i)}" würde zum Decodierergebnis (0, \, 1, \, 0) führen. Die Zuverlässigkeit dieses offensichtlich falschen Ergebnisses wird mit |{\it \Sigma}| = 1 angegeben. Dieser Wert stimmt mit dem in Teilaufgaben (3) berechneten „\ln (S)" überein.
  • Nach der ersten Iteration (I = 1) sind alle Aposteriori–L–Werte L_{\rm APP}(i) = +1. Eine harte Entscheidung würde hier das (voraussichtlich) richtige Ergebnis \underline{x}_{\rm APP} = (0, \, 0, \, 0) liefern. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Ergebnis richtig ist, wird durch |{\it \Sigma}_{\rm APP}| = 3 quantifiziert:
{\rm ln}\hspace{0.25cm}\frac{{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2)}{1-{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2)} = 3 \hspace{0.3cm}\Rightarrow \hspace{0.3cm} \frac{{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2)}{1-{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2)} = {\rm e}^3 \approx 20
\hspace{0.3cm}\Rightarrow \hspace{0.3cm}{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2) = {20}/{21} {\approx 95.39\%}\hspace{0.05cm}.
  • Die zweite Iteration bestätigt das Decodierergebnis der ersten Iteration. Die Zuverlässigkeit wird hier sogar mit „9" beziffert. Dieser Wert kann wie folgt interpretiert werden:
\frac{{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2)}{1-{\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2)} = {\rm e}^9 \hspace{0.3cm}\Rightarrow \hspace{0.3cm} {\rm Pr}(\hspace{0.1cm}\underline{x} = \underline{x}_0 \hspace{0.1cm}| \hspace{0.1cm}\underline{y}=\underline{y}_2) = {{\rm e}^9}/{({\rm e}^9+1)} \approx 99.99\% \hspace{0.05cm}.
  • Mit jeder weiteren Iteration nimmt der Zuverlässigkeitswert und damit die Wahrscheinlichkeit {\rm Pr}(\underline{x}_0 | \underline{y}_2) drastisch zu  ⇒  Alle Lösungsvorschläge sind richtig.


Iterative Decodierung von (–1, –1, +1)

(6)  Richtig sind die Lösungsvorschläge 2 und 3:

  • Für den Empfangsvektor \underline{y}_6 = (1, \, 1, \, 0) gilt die zweite Tabelle.
  • Der Decoder entscheidet sich nun für die Folge \underline{x}_1 = (1, \, 1, \, 1).
  • Der Fall „\underline{y}_3 = (1, \, 1, \, 0) empfangen unter der Voraussetzung \underline{x}_1 = (1, \, 1, \, 1) gesendet" würde genau der in der letzten Teilaufgabe betrachteten Konstellation „\underline{y}_2 = (1, \, 0, \, 1) empfangen und \underline{x}_0 = (0, \, 0, \, 0) gesendet" entsprechen.
  • Da aber \underline{x}_0 = (0, \, 0, \, 0) gesendet wurde, gibt es nun zwei Bitfehler mit folgender Konsequenz:
  • Der iterative Decoder entscheidet falsch.
  • Mit jeder weiteren Iteration wird die falsche Entscheidung als zuverlässiger deklariert.